Nachdem der Branchenverband BIO Deutschland vor einigen Tagen erste Zahlen zur Finanzierung der hiesigen Biotech-Unternehmen für das vergangene Jahr vorgelegt hat, zählte |transkript.de einerseits nach und rechnete andererseits auch in der Schweiz und Österreich zusammen, was an externen Geldmitteln in die Branche geflossen ist. Deutschland hat zwar den höchsten Betrag vorzuweisen, doch auf die Bevölkerung heruntergerechnet führt die Schweizerische Eidgenossenschaft um viele Längen. Und auch Österreich kann per-capita den großen Nachbarn deutlich übertrumpfen.

In einer Klausur der Stadtpolitik haben sich die Regierungsparteien der Stadt Wien darauf verständigt, ein neues Life Science Center für Wien zu bauen – mit dem neuen KI-Institut AITHYRA als Ankermieter. Dazu hat man die Summe von 170 Mio. Euro freigegeben, die Planungen können nun beginnen.

FarbenderBiotechnologie_TK

Die Biotechnologie bietet als dynamisches Wissenschaftsfeld bedeutende Lösungsperspektiven für drängende Herausforderungen. In der Medizin ermöglicht sie neuartige Arzneimittel, Impfstoffe und Diagnostika und eröffnet Therapien für seltene Krankheiten. In der Landwirtschaft unterstützt sie nachhaltige Produktionsmethoden und trägt zur Sicherung der Nahrungsmittelversorgung bei. In der Industrie fördern biobasierte Verfahren effizientere Herstellungsprozesse, Ressourcenschonung und Klimaschutz. Damit schafft biotechnologischer Fortschritt nicht nur Arbeitsplätze und wirtschaftliche Impulse, sondern liefert konkrete Vorteile für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft. Darüber hinaus besitzt die Biotechnologie für Hessen, Deutschland und Europa eine herausragende strategische Bedeutung. In Hessen bilden exzellente Hochschulen, forschungsstarke Institute und eine dynamische Unternehmenslandschaft ein starkes Innovationsökosystem, das die Fachkräfte von morgen ausbildet und Kooperationen direkt ermöglicht. Das Technologieland Hessen fördert die Biotechnologie gezielt als Schlüsseltechnologie für Gesundheit, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.

Die Veranstaltung am 11. Februar 2026 im Jügelhaus in Frankfurt am Main richtet vor diesem Hintergrund den Blick über alle Farben auf Innovationen, technologische Fortschritte und aktuelle Herausforderungen der Branche. Zudem bietet diese den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Raum um über Perspektiven, politische Rahmenbedingungen und konkrete Lösungsansätze für medizinische, landwirtschaftliche und industrielle Anwendungen zu diskutieren.

Das Programm der Veranstaltung gliedert sich in drei thematische Blöcke mit den jeweiligen Schwerpunkten Chancen für Investments mit Blick auf Pipelines und Technologietrends, Ökosysteme als Entwicklungsstätte für Innovationen sowie aktuelle und geplante EU-Verordnungen und ihrem Einfluss auf Forschung, Entwicklung und Markteinführung neuer Technologien. Die Themenblöcke werden jeweils durch kurze Impulsvorträge oder Pitches eingeleitet. Daran schließen sich ausführliche Diskussionsrunden an, in denen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam Perspektiven erörtern und Lösungsansätze diskutieren. Ziel ist es, den Austausch zu fördern, unterschiedliche Sichtweisen zusammenzubringen und konkrete Impulse für die Zukunft der medizinischen, landwirtschaftlichen und industriellen Biotechnologie zu setzen.

Die Nuclidium AG, Basel (Schweiz), hat in den USA ein Patent für sein ⁶¹Cu-basiertes Radiodiagnostikum aus dem Theranostikprogramm NU101 erhalten. Geschützt sind Zusammensetzung, Anwendung bei PSMA-positivem Prostatakrebs sowie die kombinierte Nutzung mit dem Therapeutikum ⁶⁷Cu-NU101. Das Patent stärkt die kupferbasierte Radiopharmazie-Plattform des Unternehmens.

Die BB Biotech AG hat im Geschäftsjahr 2025 einen Gewinn von 578 Mio. Franken erzielt. Das geht aus noch ungeprüften konsolidierten Zahlen hervor und bedeutet eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (2024: CHF 76 Mio.). Das Ergebnis spiegele vor allem die positive Aktienkursentwicklung der Portfoliounternehmen wider. Ende Februar gibt es offizielle Zahlen.

Innovation fängt in der internationalen Kooperation an. Nach diesem Grundsatz betreibt die Robert Bosch Stiftung mit dem hauseigenen Gesundheitscampus und internationalen Partnern ein Netzwerk von Führungskräften, die zusammenkommen sollen, um in einer Art Masterclass Lösungsansätze zu bestimmten Themen zu erarbeiten. Der aktuelle Jahrgang Neuberufener soll sich dem gesunden Altern widmen.

Auf einem rund 3.200 m² großen Grundstück mitten zwischen anderen Labor-/Bürogebäuden im Örtchen Martinsried entsteht bis Herbst 2027 ein hochmodernes Forschungsgebäude: das gänzlich privat finanzierte neue Martinsrieder Life Science Center. Die Grundsteinlegung fand Mitte Januar statt.